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Niobe-Denkmal

Niobe Denkmal© Aero Luftbilder / Travanto

Erinnerung an das große Seeunglück

Für die Gammendorfer Schüler sollte der 26. Juli 1932 ein ganz besonderer Tag werden. Gemeinsam mit ihrem Lehrer, Herrn Björnsen, gingen sie an den Strand, um ein neues Flugboot auf dem Fehmarnbelt zu bestaunen. Die Schulklasse wurde dabei unfreiwilliger Zeuge des Untergangs des Segelschulschiffes Niobe, welches sich nur wenige Kilometer vor der Küste ereignete. Das Segelschulschiff Niobe, auf dem sich vor allem junge Offiziersanwärter ohne Erfahrung befanden, kenterte nach einem Wetterumschwung. Obwohl schnell mehrere Schiffe zur Stelle waren, um die Besatzung zu retten, ertranken 69 Menschen. 40 konnten gerettet und sicher an Land gebracht werden.

Etwa vier Wochen nach der Tragödie konnten das Wrack und die Leichen geborgen werden, die dann in Kiel, von wo das Schiff gestartet war, beerdigt wurden. Der Lehrer errichtete zunächst mit Unterstützung der Gammendorfer Bevölkerung ein schlichtes Denkmal. Ein Mast des Schiffes ragt in Sichtweite des Unglücks in den Himmel und dient bis heute als Mahnmal und Erinnerungsort. m 15. Oktober 1933 wurde das Niobe-Denkmal enthüllt. Dabei führt vor allem der Spruch auf der Bronzetafel zu Kontroversen. Hier ist zu lesen: "Es ist nicht nötig, dass ich lebe, wohl aber, dass ich meine Pflicht tue". Dies muss im Zusammenhang der deutschen Geschichte und der Machtergreifung Hitlers neun Monate zuvor betrachtet werden. Obwohl der Spruch aus heutiger Sicht natürlich nicht angemessen ist, ist er trotzdem ein Zeugnis der Geschichte und eine zeitgenössische Darstellung.

Das Denkmal heute
Im Jahre 1966 wurde das Niobe Denkmal neu positioniert und mit einer Bronzetafel versehen. Überlebende des Schiffsunglücks hatten zu einer Spendenaktion aufgerufen. Der frühere Kommandant des Schulschiffes hielt eine bewegende Trauerrede. Zugegen waren auch Überlebende des Unglücks und ehemalige Passagiere und Verantwortliche des Feuerschiffes Fehmarnbeld, welches damals für die selbstlose Rettung der Schiffbrüchigen das eigene Leben riskierte. Am Tag des Untergangs finden jährlich am Niobe Denkmal Feierstunden und eine Kranzniederlegung statt.

Schulschiff Niobe – ein Stück Geschichte
Die Geschichte des Viermastschoners begann im Jahre 1913 in Frederikshavn in Dänemark. Nachdem die Niobe unter dänischer und norwegischer Flagge unterwegs war, gelangte sie während des Ersten Weltkrieges nach Kiel und wurde 1922 von der Reichsmarine erworben, umgebaut und als Segelschulschiff betrieben. Nicht nur am Strand von Gammendorf lebt die Geschichte des Schiffes weiter. Auf dem Kieler Nordfriedhof sind 33 Grabstätten der Unglücksopfer zu finden. Der Anker des Schiffes befindet sich auf einem Gedenkstein für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Ein Nachbau des Schulschiffes aus Beton ist an der Talsperre Kriebstein in Sachsen zu finden.

Adresse:
Niobe Denkmal
Gammendorfer Strand
23769 Fehmarn
Burg Glambek